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„Wir marschieren immer weniger im Gleichschritt.“

Chatbots, KI oder Recruiting-Plattformen veranschaulichen, wie stark die Digitalisierung die Arbeit von Personalberatern verändert. Frank Beyer, Geschäftsführender Gesellschafter von LAB & Company, spricht im Interview mit consulting.de über Chancen und Grenzen der Digitalisierung in der HR.

Herr Beyer, wer heute eine Karriere bei der Telekom anstrebt, lernt KATY kennen – einen Chatbot, der bei ersten Fragen im Recruiting-Prozess weiterhilft. Auch andere Unternehmen setzen inzwischen Software-Bots ein. Lässt sich Personalarbeit so einfach virtualisieren?

Frank Beyer: Nein – aber ergänzen, zum einen bei standardisierten, zeitfressenden Aufgaben. Zum anderen dort, wo die Personalsuche und der Bewerbungsprozess mit anderen Funktionen verschmelzen. Derzeit geben hier zum Beispiel Militär-Chatbots Impulse: die US Army lässt angehende Rekruten mit dem virtuellen SGT STAR chatten, bei der Bundeswehr rekrutiert der „Malibot“ via Facebook-Messenger. Das Interessante ist hier gar nicht mal die Automatisierung, sondern das Storytelling rund um die Arbeitgebermarke: mit Animationen, YouTube-Videos, News aus dem Einsatz gibt es immer wieder Kontaktpunkte und Interaktionsanlässe. Das ist nicht nur für ein digitales Recruiting, sondern auch für die Umsetzung einer nachhaltigen Employer Branding Strategie wegweisend.

Welche Rolle spielt dann noch der zwischenmenschliche Kontakt? Gibt es Grenzen der Automatisierung?

Frank Beyer: Wir sollten uns davor hüten, hier künstliche Fronten aufzuziehen und vorschnell mit Wertungen zu sein. Es geht eben nicht um Automatisierung gegen Menschlichkeit. Sie wollen ja auch nicht wieder anfangen, Wäsche per Hand zu waschen, weil es menschlicher ist. Die ersten Stufen im Bewerbungsprozess zu automatisieren macht für beide Seiten sehr viel Sinn. Es macht den Start flexibler, schneller, effizienter und vor allem objektiver. Denn anfangs stehen vor allem formale Kriterien im Vordergrund und niemand will doch, dass es schon bei der Eingabe von Nachnamen, oder beim Desk Research menschelt. Und es sehnt sich auch niemand nach Bewerbungsmappen zurück, die zu „unserer Entlastung zurückgesendet“ werden. In späteren Prozessphasen werden die Fragestellungen sehr viel komplexer, individueller und häufig auch vager. Dann geht es um Chemie und Vertrauen, um den Umgang mit Ambiguität, um politische Aspekte, teils um bewusst kontrafaktische Entscheidungen. Das ist das Umfeld, in dem die Qualitäten eines Personalberaters sich erweisen müssen. Und das kriegen Sie niemals automatisiert.

Die Technologie entwickelt sich allerdings stetig weiter. Gerade im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) stellt sich die Frage dann doch früher oder später?

Frank Beyer: Das halte ich für ein völlig unwahrscheinliches Szenario. Sehen wir mal von rechtlichen Aspekten ab. Und auch davon, dass die Menschen es sich niemals nehmen lassen werden, sich die Hand zu geben und in die Augen zu sehen, wenn es um eine bedeutende Vereinbarung gibt. Selbst die fortschrittlichste KI ist begrenzt, wenn die Fallzahlen abnehmen und die Daten sich nicht generalisieren lassen. …Weiterlesen: Hier geht es zum kompletten Interview.

Quelle: consulting.de