LAB Lachner Aden Beyer & Company

Blitzpanel: Manager fordern Politiker zu Neutralität in der Gehaltsdebatte auf

  • 69% stimmen gegen jede politische Einmischung
  • 12% fordern neue gesetzliche Vorschriften
  • Englisches Aktienrecht wird als vorbildlich bewertet

Düsseldorf, 14. Dezember 2007 — In der Diskussion um die Angemessenheit millionenschwerer Managervergütungen wird zunehmend ein Einschreiten der Politik gefordert. Diese lehnen deutsche Führungskräfte jedoch eindeutig ab, wie eine Umfrage der internationalen Personalberatung LAB Lachner Aden Beyer & Company unter 227 Top-Managern ergeben hat. Danach urteilen 69% der Teilnehmer, die Politik solle sich aus der Debatte heraushalten. Aber es gibt auch Gegenstimmen: Immerhin 19% befürworten eine Einmischung der Politik, um die gesellschaftliche Diskussion weiter voranzutreiben. Und 12% votieren sogar für neue steuerrechtliche oder andere gesetzliche Vorschriften, um Managervergütungen zu reglementieren.

Als vorbildlich nannten zahlreiche Umfrageteilnehmer das englische Aktienrecht: In Großbritannien legt der Aufsichtsrat lediglich die Grundbezüger der Vorstandsmitglieder fest. Weitere Vergütungsbestandteile müssen von der Aktionärsversammlung bewilligt werden. „So lässt sich internes Gemauschel vermeiden und transparente Entscheidungen herbeiführen”, sagt stellvertretend einer der befragten Top-Manager.

Als fragwürdig bezeichnet Klaus Aden, Geschäftsführender Gesellschafter von LAB & Company, das Argument, deutsche Führungskräfte würden im Fall stärkerer Reglementierungen ins Ausland abwandern. „Deutsche Top-Manager sind international längst nicht so gefragt, wie manche Interessenvertreter suggerieren möchten”, sagt Aden. Wenn allerdings die Vergütung von Vorstandsmitgliedern im internationalen Vergleich nicht mehr wettbewerbsfähig wäre, werde es in Zukunft nahezu unmöglich sein, ausländische Spitzenkräfte für den Standort Deutschland zu gewinnen.