LAB Lachner Aden Beyer & Company

Managerpanel: Topmanager befürworten Kombilohn-Modell der Bundesregierung

  • 58% der deutschen Führungskräfte glauben an den volkswirtschaftlichen Nutz
  • Nur 9% der Unternehmen würden ältere Langzeitarbeitslose wegen der staatlichen Förderung einstellen

Düsseldorf, 4. August 200 — Unternehmen, die Langzeitarbeitslose mit einem Alter von mehr als 50 Jahren einstellen, sollen nach Überlegungen der Bundesregierung bis zu zwei Jahre lang einen staatlichen Lohnkostenzuschuss von bis zu 40% erhalten („Kombilohn“). 58% der deutschen Topmanager befürworten diesen Plan und halten ihn für volkswirtschaftlich sinnvoll. Doch nur 9% der Unternehmen würden dank der Förderung auch tatsächlich mehr ältere Langzeitarbeitslose einstellen. Das sind zwei Ergebnisse des dritten „Managerpanels”, durchgeführt von der internationalen Personalberatung LAB Lachner Aden Beyer & Company.

Damit scheint deutschen Führungskräften das Hemd wieder einmal näher als die Hose zu sein, was sich leicht als Fehler erweisen könnte. „Die Manager sehen den arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Nutzen eines staatlichen Förderprogramms für Ältere, verhalten sich im eigenen Unternehmen aber eher restriktiv“, konstatiert Klaus Aden, Geschäftsührer von LAB & Company. „Sie sollten diese Altersgruppe wieder entdecken, um die spätestens in fünf Jahren zu erwartenden Personalengpässe zu vermeiden“

Befürworter des Kombilohn-Modells nannten als Begründung vor allem, dass der Staat die Kosten der Arbeitslosigkeit ansonsten in anderer Form tragen müsse (82% der Nennungen). „Lieber Arbeit finanzieren und darüber Steuern einnehmen, als Arbeitslosigkeit zu finanzieren, die in Hoffnungslosigkeit endet“, sagte stellvertretend einer der Panel-Teilnehmer.

Kritiker führen hingegen ausufernde Staatskosten an (66%) oder sehen keinen Netto-Beschäftigungseffekt (63%, Mehrfachnennungen möglich). „Es kommt lediglich zu einer Arbeitnehmer-Substitution ohne weitere positive Effekte“, lautete etwa eine Einschätzung.